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  • Alexandra Luna Vidal

Heiliger Zorn ...

Aktualisiert: 17. Okt.

Bevor ich von mir selbst schreibe, möchte ich Dir ein paar Fragen stellen:

Kennst du das Gefühl Emotionen müssen unterdrückt werden, weil sie nicht in unserer Gesellschaft Platz finden, vor allem die negativen wie Wut, Ärger, Aggression oder gar Jähzorn?

Bist du auch wohlerzogen und hast gelernt, dass sich Affektgefühle nicht einfach ausdrücken dürfen? Kennst du das Gefühl, dich ungerecht behandelt zu fühlen und nicht adäquat darauf re-agieren zu dürfen? Fällt es dir oftmals auch leichter, dich für Ungerechtigkeit bzw. Unrecht gegen deine Liebsten stark zu machen als für dir zugefügten „Schmerz“, sei er seelischer oder physischer Natur, „aufzubegehren“?

Welches Kind kann sich gegen das Unrecht, das ihm seine Eltern zufügen wehren? Keines – jedes Kind ist dem hilflos ausgeliefert, wenn nicht jemand da ist, der es be-schützt, in den Arm nimmt, den Tätern entzieht. So geht es den meisten von uns... und daraus werden wir zu braven, angepassten Menschen der Gesellschaft erzogen, die den Autoritäten folgen, von denen, von denen sie in welcher Weise auch immer abhängig sind, „geliebt“, wahrgenommen, wertgeschätzt werden wollen – oftmals zum Preis des eigenen Selbstwerts.

Heute in der Vollmondnacht jährt sich der Untergang meiner Existenzgrundlage auf La Palma – drei Wochen davor hat der Vulkan zu toben begonnen. Damals war ich verzweifelt, wütend und traurig … aber irgendwann konnte ich das, was geschehen ist annehmen, wie es ist – Mutter Erde hat aufgeräumt und ich war eine von jenen, die es „erwischt“ hat. Ich werde irgendwann wissen, was der wirkliche Sinn dahinter für mich selbst war und ist. Mit der Vulkanin bin ich soweit versöhnt auch wenn ich nicht mehr in ihrer Nähe wohnen möchte, geschweige denn mein Grundstück noch besitzen will. Ich hoffe der Staat will es übernehmen und wird es mir finanziell ablösen, und noch mehr hoffe ich, dass der Staat einen „Heiligen Platz“ der Natur dort erschaffen will, nicht einen Platz für „sensationsgeile“ Touristen, wie es in Lanzarote im Timanfaya Gebiet geschehen ist.

Dort habe ich schon vor Monaten eine unglaubliche Wut gepaart mit großem Schmerz erlebt, weil ICH weiß, dass auch dort viele Menschen vor knapp 250 Jahren alles verloren haben.


Nun bin ich an einem Punkt – zu jenem Zeitpunkt, da sich alles jährt und ich überhaupt nicht mehr weiß, WO ich mein weiteres Leben leben möchte –, der in mir alles Unverarbeitete hochkommen lässt, in vielfacher Form. Begonnen hat es, als mir mitgeteilt wurde, dass ich vermutlich nach der nächsten Mietverlängerung irgendwann im nächsten Frühjahr aus der Wohnung muss. Inzwischen ist mir schon klar geworden, dass wahrscheinlich La Gomera, Valle Gran Rey, nicht der Ort sein wird, an dem ich noch meine gesamte Zukunft verbringen möchte. Aber nicht ICH darf den Zeitpunkt meiner „Weiterreise -Weitersuche“ bestimmen, sondern „sie“ tun es, die mir versprochen haben, das ich jederzeit verlängern darf. So bestimme zum zweiten Mal in meinem Erwachsenenleben nicht ICH, ob und wann ich aufbrechen möchte. Das ist für mich Ungerechtigkeit, wie ich sie erlebe in meinem Inneren und ich muss natürlich „gefasst“ damit umgehen…

Tu ich aber nicht – seit diesem Zeitpunkt haben meine Schmerzen verstärkt eingesetzt – die physischen wie die seelischen, wobei mir klar ist, dass letztere die ersteren verursachen, wenn mein Körper unter „Hochspannung“ ist, dauernd auf der „Lauer vor drohender weiterer Gefahr“.

Und so lasse ich sie zu - alleine, ohne „ZUHAUSE“, das sicher ist. Hinter meiner Wut verbirgt sich meine tiefe Trauer, Trauer allein zu sein, niemanden zu haben, der mir zur Seite steht und mit mir gemeinsam den weiteren Weg beschreitet, niemand, der mich hält, tröstet und mir körperliche Wärme und Geborgenheit gibt - und schöne sexuelle Vereinigungen - und dazu kein „geborgenes sicheres Heim“, wie ich es mir seit jungen Jahren immer SELBST erschaffen habe. Endlich kann ich zugeben, dass ich nicht „alles alleine am besten schaffe“,ich ohnedies keinen Mann an meiner Seite brauche, weil ich alles alleine hinbekomme, wenn ich bald mit meinen „wenigen übriggeblieben Dingen scheinbar auf der Straße“ stehe… und sowieso selbst am besten weiß, dass ich alleine gleich wieder etwas schönes Neues haben werde.

NEIN, im Moment spüre ich Wut, die ich aber sehr schnell als Zorn zu erkennen vermochte – gegen jene, die da kommen und einem Menschen, den sie fragen, wie es ihm geht und der „blöderweise“ ehrlich Antwort gibt mit zumeist hohlen „Allgemeinplätzen“ Rat-SCHLÄGE erteilen.

Ich danke einem lieben Freund von hier, der mich darin bestätigt, dass ich nicht überempfindlich auf gute Impulse reagiere aber oftmals wirklich innerlich koche – im Außen bin ich zu höflich, um verbal geschweige denn körperlich zuzuschlagen, auch wenn es mich in letzter Zeit so manches Mal in meinen Fingern gejuckt hat, das zu tun. Er bestätigte mir, dass so manche, dieser ach so gut gemeinten Sätze vermutlich einem „chinesischen Glückskeks“ oder den "Yogi-Tee--Beutel Aufschriften" entnommen wurden.

Und so erkenne ich meinen Zorn als „heiligen Zorn“, als Zorn gegen jene, die nicht dort stehen, wo ich stehe und sich anmaßen inhaltsleere Floskeln von sich zu geben, ohne die Authentizität auszustrahlen, das zu leben, wovon sie sprechen und vor allem ohne Empathie für den Menschen, der seinen Schmerz kundtut…

Kennst du diese Floskeln?: „ Du findest dein wahres Zuhause nur in dir selbst.“ „ Du musst wirklich gut alleine sein können (was ICH tatsächlich zur Perfektion beherrsche!) bevor dein Mann dich finden kann.“ „Du musst alles mit Gleichmut nehmen wie es ist.“…

Ich kann mich nur mehr abwenden und gehen, mich meiner Wut und der Trauer stellen und weinen, wenn es notwendig ist – mein verlorenes Zuhause beweinen, mein Alleinsein, meinen Schmerz.

Und wenn ich da durch bin, möge mir das Leben zeigen, wie viel Schönes, wie viel Lustvolles und wie viel Fülle es mir noch schenken mag … und inzwischen bin ich dankbar, dass ich am Meer lebe, noch ein schönes Apartment bewohnen darf, für das mir sogar von der Regierung Mietzuschuss geboten wurde, dass ich immer wieder meine Herzensarbeit tun darf, die mich glücklicherweise von meinen Emotionen freihält und mich im Moment des Seins mit meinen Klienten Kanal sein lässt für das Größere, das nun auch mir zur Transformation verhelfen möge – um dann ein wunderschönes äußeres Zuhause zu bewohnen, verbunden mit dem inneren friedvollen Sein, einem wunderbaren Lebenspartner zu begegnen, der mir die Schwäche des Frauseins und damit Hingabe erlaubt im Vertrauen der Sicherheit, die ich spüre und ein Leben in Fülle auf allen Ebenen ermöglicht zu bekommen –

Materielle Fülle gepaart mit wahrem spirituellen Reichtum!


Und was ich zum Abschluss noch mit dir teilen möchte:

Folge bzw. befrage jene Menschen, die dort sind, wo du dich in deiner Vision zu sein sehnst, die dort sind, wo DU hinmöchtest und dort waren, wo DU jetzt bist...sie sind diejenigen, die dir den Weg authentisch weisen können - ohne aus leeren Allgemeinplätzen zu zitieren!


Danke für die erinnerung an dieses Bild von Danila Amodeo aus dem Jahr 2012 - seither ist gar viel geschehen! https://www.danilamodeo.com/


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